Prostatakrebs

Prostatakrebs

Die Prostata ist eine Geschlechtsdrüse und wird auch als Vorsteherdrüse bezeichnet. Sie liegt im Becken zwischen dem Beckenboden und der unteren Seite der Harnblase des Mannes. Im nicht erkrankten Zustand hat die Prostata etwa die Größe einer Walnuss. In der Prostata wird neben einem Teil des Spermas auch ein Sekret produziert, das beim Samenerguss in die Harnröhre abgesondert wird. Dort vermischt es sich mit den Spermien und hat die Aufgabe, diese zu schützen und sie beweglich zu machen.

Erkrankungen der Prostata

Leider ist die Prostata auch anfällig für Erkrankungen: Der Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Diese Krebsart lässt sich im Verlauf in vier Stadien einteilen. Im ersten und zweiten Stadium ist nur die Prostata befallen. Das Prostatakarzinom verursacht in dieser frühen Entwicklungsphase noch keine Schmerzen und wird im ersten Stadium meist zufällig im Rahmen einer Operation entdeckt, im zweiten Stadium sehr häufig durch eine Nadelbiopsie, falls bei einer Vorsorgeuntersuchung eine verdächtige Vergrößerung der Prostata ertastet wurde. Im dritten Stadium hat der Tumor sich meist schon im umliegenden Gewebe ausgebreitet. In den meisten Fällen von Prostatakrebs im dritten Stadium tritt eine Störung im Urinabfluss ein, weil die Harnleiter oder der Blasenausgang durch den Tumor eingeengt werden. Im vierten Stadium sind in der Regel die Blase, umliegende Muskeln und der Enddarm befallen. Häufig breitet sich der Tumor auch auf weitere Organe aus wie zum Beispiel die Lunge oder die Leber, aber auch auf Knochen und Lymphknoten.

Das Durchschnittsalter für eine Erkrankung an Prostatakrebs liegt bei etwa 70 Jahren. Das Prostatakarzinom wächst langsam und so ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass ein Mann, der in diesem Alter die Diagnose Prostatakrebs erfährt, schon vor Eintreten der ersten Beschwerden an einer anderen Erkrankung oder einfach aufgrund des Altes verstirbt. Obwohl in Deutschland pro Jahr etwa 31 000 Neuerkrankungen diagnostiziert werden, ist eine Erkrankung unter einem Lebensalter von etwa fünfzig Jahren extrem sehr selten. Erbliche Faktoren können hier jedoch eine große Rolle spielen: Männer, deren Väter, Großväter oder andere männliche Verwandte an Prostatakrebs erkrankt sind, sollten von daher regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Auch Raucher unterliegen einem höheren Risiko. Rauchen wirkt sich zwar nicht direkt auf die Prostata aus, aber man vermutet hier andere Zusammenhänge: Die Schadstoffe im Zigarettenrauch gelangen ins Blut und auf diesem Weg in die Prostatazellen.

Vorsorgeuntersuchungen

Ab dem 45. Lebensjahr können Männer einmal pro Jahr eine Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen, doch leider nehmen nur die wenigsten Männer diese Möglichkeit in Anspruch. Die Vorsorgeuntersuchung auf Prostatakrebs sollte unbedingt von einem Urologen vorgenommen werden.

Die Krankenkassen zahlen leider nur für das Abtasten in der Vorsorgeuntersuchung. Der Urologe führt hierfür den Finger in den Darm ein und tastet die Prostata ab. Ist sie verhärtet oder vergrößert, so kann das auf diesem Weg festgestellt werden. Nicht jede Verhärtung oder Vergrößerung bedeutet jedoch, dass ein Prostatakarzinom vorliegt: Die Prostata kann auch durchaus von gutartigen Tumoren befallen sein, die dann operativ entfernt werden.